10 Anzeichen dafür, dass Sie ein Datenproblem haben

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6. April 2018

Cloud-Speicherung, Compliance mit Regulierungsbehörden, Sicherheitsverstöße … die Liste der Faktoren, die Unternehmen in den letzten Jahren dazu bewogen haben, ihre Datenverwaltung umzustellen, ist schier endlos. Berücksichtigt man dann noch die dramatisch ansteigenden Datenmengen, die Unternehmen heute vorhalten wollen oder müssen, ergibt sich daraus eine hoch volatile Situation – von den möglicherweise verpassten Geschäftschancen einmal ganz zu schweigen.

Aber betrachten wir mal Ihr ganz persönliches Datenszenario. Wenn Ihnen eine der folgenden Aussagen vertraut vorkommt, liegt bei Ihnen vermutlich ein Datenproblem vor, das Sie schnellstmöglich lösen sollten.

1.  Ihre IT-Abteilung erklärt sich in Sachen Datenschutz für nicht zuständig. 

Immer mehr Unternehmen überlassen die Verwaltung ihrer IT-Infrastruktur ganz oder in Teilen externen Partnern. Das hat bei vielen IT-Teams zu dem Irrglauben geführt, dass die entsprechenden Service-Provider auch die Verantwortung für die Datenkontrolle tragen.

Eine Studie von 2017 kann das sogar exakt beziffern. Haarsträubende 69 % aller befragten Unternehmen waren fälschlicherweise der Ansicht, dass „Datenschutz, Datensicherheit und Compliance in den Verantwortungsbereich des Cloud-Service-Providers fallen.“

Es ist aber so, dass Ihr Unternehmen die Bereiche Sicherheit und Compliance verantwortet, und zwar für alle vorgehaltenen Daten, ganz gleich ob in der Cloud oder bei Ihnen vor Ort. Von Ihnen genutzte externe Dienstleister haben damit nichts zu tun.

In dem Zusammenhang sollten Sie auch Folgendes bedenken: Die Verantwortung für Daten sollte stets beim gesamten Unternehmen liegen und nicht nur bei Ihnen oder bestimmten Abteilungen. Das gilt vor allem, wenn Sie aus dieser Ressource den maximalen geschäftlichen Nutzen ziehen wollen. Deshalb sollten Sie den Umgang mit Daten als Businessherausforderung sehen und nicht nur als reines Datenthema. 

Your IT department and data protection

2. Bei Ihnen ist es zu einer Datenschutzverletzung gekommen. 

Die Frequenz und der Schweregrad von Datenschutzverletzungen steigen weiter an, wie diese Zahlen aus Großbritannien zeigen: 

Falls Ihr Unternehmen nicht in der Lage ist, die vorgehaltenen Finanz- und Personendaten zu schützen, gefährdet das seine wirtschaftliche Existenz. Gelangen Informationen über eine solche Datenschutzverletzung an die Öffentlichkeit, kann das den Ruf des Unternehmens nachhaltig schädigen und den Aktienkurs abstürzen lassen, wie man bei Equifax und Clarksons sehen konnte.

Zudem sollten Sie bedenken, dass Sie mit steigender Datenmenge immer attraktiver für Hacker werden. Das zeigt sich daran, dass Unternehmen, die persönliche Daten von Kunden elektronisch speichern, häufiger zum Ziel von Angriffen werden als der Durchschnitt

3. Speicherkapazität ist bei Ihnen notorisch knapp

Je mehr Daten Sie speichern, desto mehr nimmt Ihre Speicherkapazität ab. Eine Binsenweisheit. Und hier gleich noch eine: Eine Erweiterung der Speicherkapazität lässt die Kosten steigen. Verblüffend ist hier allerdings, dass viele Unternehmen nicht einmal wissen, was für Daten ihren kostbaren Speicherplatz belegen, da „über 50 % der von Unternehmen gespeicherten Dateien unter die Kategorie „nicht zuzuordnen“ fallen.“

Kaum verwunderlich also, dass immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie sich bei der Datenspeicherung vom allgegenwärtigen „Müllschluckerprinzip“ verabschieden müssen. Das bedingt aber, dass sie identifizieren können, welche Daten für sie wichtig sind und wertvolle Erkenntnisse oder Informationen bieten und dann nur diese zu speichern.

Verwaltungsfunktionen wie Datensynchronisierung, Datenabgleich und Datenverknüpfung können hier helfen, Datendubletten zu vermeiden und nur die benötigten Informationen zu speichern. 

Quickly running out of data storage

4. Sie sind nicht auf die DSGVO vorbereitet.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU tritt am 25. Mai 2018 in Kraft, und bei Nichtbeachtung ihrer Vorgaben drohen empfindliche Strafen. So können Unternehmen bei ernsten Verstößen mit Bußgeldern von bis zu € 20 Mio. oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes belegt werden.

Mit der DSGVO kommt eine grundlegende Veränderung der Datenschutzvorgaben auf uns zu, und die Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle Mitarbeiter Verantwortung dafür übernehmen, wie Daten vorgehalten und verwaltet werden.

Als Erstes sollten Sie prüfen, ob Ihre Systeme den Anforderungen der neuen Verordnung entsprechen, zum Beispiel dem Recht der Verbraucher, Auskunft über die Verarbeitung ihrer Daten zu erhalten, auf die zu ihrer Person gespeicherten Daten zuzugreifen und diese, falls erforderlich, zu berichtigen.

Dann sollten Sie in Technologien investieren, die persönliche Daten integrieren, bereinigen und verwalten können, sodass Sie über durchgehend einheitliche, korrekte und aktuelle Datensätze verfügen, die frei von veralteten Angaben oder Dubletten sind. So können Sie benötigte Daten identifizieren und bei Bedarf auf diese zugreifen. Damit können Sie wiederum sicherstellen, dass Sie den entsprechenden Behörden gegenüber nachweisen können, dass die Zustimmung der Datensubjekte bei Ihnen im Einklang mit der DSGVO erfolgt. 

5. Ihre Mitarbeiter verstehen nicht, welche konkrete Aufgaben sie im Bezug auf Daten haben. 

Die DSGVO steht vor der Tür. Deshalb sollten Sie Ihre Mitarbeiter mit der Rolle vertraut machen, die sie für den Schutz Ihrer Daten spielen.

Sollten Sie den Eindruck gewinnen, dass Ihre Mitarbeiter das Thema nicht ernst genug nehmen, könnte es an der Zeit für einige kulturelle Veränderungen im Unternehmen sein. Fehlendes Interesse am Thema Daten oder die Weigerung, Verantwortung dafür zu übernehmen, steht im direkten Konflikt zu sauberen Governance-Strukturen.

Viele Unternehmen führen Schulungsprogramme und Prämiensysteme ein, während sie parallel dazu neue Prozesse und Strukturen implementieren, um Compliance sicherzustellen und die Erkenntnisse zu nutzen, die sie aus einer sauberen Datenverwaltung gewinnen.

Employee gaining insights from good data management

6. Ihre Datenquellen sind nicht integriert.

Ihr Unternehmen ist über die Jahre gewachsen und neue Datenquellen sind hinzugekommen. Dabei hat sich die Datenverwaltung zu einer dezentralen Struktur entwickelt. Mit diesem Problem sehen sich viele Unternehmen konfrontiert, vor allem, wenn sie mehrere Standorte haben, international aktiv sind oder andere Firmen übernommen haben.

Unternehmen, die mit übernommenen, fragmentierten Systemen arbeiten, sind oft nicht in der Lage, ihre Daten wirklich zu nutzen. Zudem besteht das Risiko, dass sie gegen neue Vorschriften verstoßen, da sie meist nicht nachweisen können, wie sie an ihre Daten gekommen sind.

Das heißt nicht, dass Sie Ihre bestehenden Systeme austauschen müssen, aber sie sollten in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren. Denn um den Prozess der Datenanreicherung zu starten und so aus Ihren Daten wertvolle Erkenntnisse zu ziehen, müssen Sie Ihre isolierten Datensilos zunächst vernetzen und Ihre Datenarchitektur standardisieren. Haben Sie das gemeistert, können Sie individuellere Produkte und Services entwickeln und diese Ihren Kunden deutlich zielgerichteter anbieten. 

7. Sie sind nicht in der Lage, neue Datenquellen zu nutzen.  

Mit dem Begriff Internet der Dinge (IoT) bezeichnet man vernetzte Geräte, die miteinander kommunizieren können. Das bietet zahlreiche Möglichkeiten, lässt aber auch die Datenflut immer weiter ansteigen.

Allerdings können die so generierten Daten von großem Nutzen sein, da sie wichtige Erkenntnisse ermöglichen. Ist man zum Beispiel in der Lage, Maschinen zu überwachen und deren Leistungsdaten über einen gewissen Zeitraum zu erfassen, lassen sich vorausschauende Wartungsmodelle realisieren. Das aber heißt, Probleme lassen sich beheben, bevor sie zu Schäden (und kostspieligen Reparaturen) führen.

Mithilfe solcher Informationen können Sie fundierte Entscheidungen treffen und Ihrem Unternehmen die nötigen Erkenntnisse liefern, um künstliche Intelligenz zu nutzen. Das kann aber nur gelingen, wenn Sie über eine Plattform verfügen, die in der Lage ist, all die von Ihnen generierten Daten zu integrieren. 

8. Sie sind noch nicht bereit für künstliche Intelligenz.

Die Fähigkeit, maschinelles Lernen und Algorithmen zu nutzen, um bessere Geschäftsentscheidungen zu treffen, kann für Unternehmen durchaus transformativen Charakter haben. So sind „Entscheider der Ansicht, dass künstliche Intelligenz in der Zukunft von größter Bedeutung sein wird, wobei 72 % sie als Businessvorteil sehen.“  Zudem sagen „61 % der Unternehmen, die eine Innovationsstrategie haben, dass sie künstliche Intelligenz nutzen, um datenbasierte Chancen zu erkennen, die sie sonst womöglich übersehen hätten.“ Dennoch sind viele Unternehmen noch immer nicht in der Lage, solche Strukturen zu implementieren.

In die Datenverwaltung zu investieren, hat sich als guter Weg erwiesen, um sich eine Dateninfrastruktur zu schaffen, die in der Zukunft die Nutzung von künstlicher Intelligenz unterstützen kann. 

9. Ihre Analysetools untersuchen fehlerhafte Datensätze.

Mithilfe von Datenanalyse lassen sich Datensätze untersuchen und Schlüsse über die darin enthaltenen Informationen ziehen.

Neue Techniken für die Datenevaluierung bieten Ihnen die Möglichkeit, mehr Wissen aus Ihren Daten zu ziehen. Künstliche Intelligenz lässt sich dabei nutzen, um Informationen neu zu gruppieren und so intelligente Vorgänge zu initiieren, während sich mittels IoT-Analyse eine vorausschauende Wartung realisieren lässt.

Kurz gesagt, wenn Sie in der Lage sind, Datenanalyse zu nutzen, um wertvolle Erkenntnisse zu generieren, können Sie neue Produkte zielgerichteter entwickeln und vermarkten, neue Umsatzmöglichkeiten nutzen und die Servicequalität für Ihre Kunden verbessern.

Um mithilfe von Analysetools aussagekräftige Erkenntnisse aus Ihren Daten ziehen zu können, benötigen Sie aber Prozesse und Systeme, die Ihre Daten zuvor strukturieren und bereinigen können. Wäre das nicht der Fall, würden Sie fehlerhafte oder mehrfach vorhandene Datensätze analysieren und keine schlüssigen Ergebnisse erzielen. 

Giving your customers what they want

10. Sie bieten Ihren Kunden nicht, was diese wünschen.

Ist Ihr Marketing nicht effizient genug? Werden bei Ihnen vermehrt Online-Käufe abgebrochen? Können Sie die gewünschten Produkte nicht schnell genug liefern? Haben Ihre kundenseitig arbeitenden Mitarbeiter Probleme damit, die von den Käufern gewünschte Servicequalität sicherzustellen?

In dem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Kundendaten unter einer dezentralen Verwaltung und der Speicherung in isolierten Silos leiden.

Im Zentrum Ihrer Datenstrategie sollten stets Ihre Kunden und Ihr Kundenservice stehen.

Neben Compliance ist auch die Gewährleistung einer durchgehend hohen Servicequalität für viele Unternehmen mittlerweile eine Top-Priorität, denn der Kunde von heute erwartet ein perfektes Serviceerlebnis, ganz gleich, wie er mit Ihnen interagiert.

Wenn Sie die Qualität Ihrer Stammdaten steigern, sodass Sie jeden einzelnen Kunden in der Rundumansicht betrachten können, sind Sie auch in der Lage, ein personalisiertes Erlebnis zu bieten, was für mehr Umsatz und Kundentreue sorgt. So lässt sich durch eine stärkere Personalisierung der diversen Kanäle das Ausgabevolumen Ihrer Kunden insgesamt um bis zu 500 % steigern.

Fazit

Falls nur eine der hier genannten Herausforderungen auch auf Ihr Unternehmen zutrifft, sollten Sie die bestehende Datenverwaltungsstrategie einer kritischen Überprüfung unterziehen. Erfüllt sie nach wie vor den Zweck, zu dem sie ursprünglich implementiert wurde? Falls nicht, ist es vielleicht an der Zeit für eine Aktualisierung.

Unabhängig davon, wie weit Ihr Unternehmen das Thema Datenverwaltung bereits vorangetrieben hat, dieses englischsprachige On-Demand Webinar bietet Ihnen frische Einsichten zu Ihrer Strategie. Erfahren Sie mehr über die acht entscheidenden Schritte zu einer erfolgreichen Stammdatenverwaltung, und zwar wo und wann immer Sie Zeit und Lust haben:

Webinar: Mastering Customer Data and Controlling Business Destiny


Trotz seiner jugendlichen Erscheinung vermarktet Michael Lonnon seit fast zwei Jahrzehnten auf Hersteller-, Partner- und Agenturebene Technologielösungen. Bei Stibo Systems ist er für die europaweite Vermarktung unserer Stammdatenlösungen verantwortlich und unterstützt zukunftsorientierte Unternehmen dabei, mithilfe ihrer Daten die Kundeninteraktion zu verbessern und den Umsatz zu steigern.


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