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3 Wege, wie Sie IOT-Daten und -Geräte in den Griff bekommen

Autor: Jesper Leth
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3. November 2016

Dies ist der dritte Post unserer Blog-Serie zum Internet der Dinge. Falls Sie die ersten beiden Posts verpasst haben, finden Sie diese hier und hier.

How to manage IoT data and devices

Will man als Unternehmen konsequent Trends setzen, statt neuen Entwicklungen hinterherzuhecheln, muss man das Thema Innovation ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Zukunftsorientierte Manager wissen dabei ganz genau, dass Innovation vor allem Einstellungssache ist. Kaum verwunderlich also, dass immer mehr CEOs von ihren IT-Kollegen eine flexible, vertrauenswürdige Infrastruktur verlangen, um auf dieser Basis Innovation voranzutreiben. In der Pace Layered Application Strategy der Gartner Group heißt es in diesem Zusammenhang: „(...) miteinander konkurrierende Ziele führen häufig zu strategischen Fehlausrichtungen“. Erfolgsentscheidend ist es dabei, dass „operative und applikationsorientierte Geschäftsbereiche gemeinsam neue Ansätze finden und aus diesen praxistaugliche Lösungen entwickeln1.

Die wohl radikalsten Veränderungen gehen derzeit zweifellos vom Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) aus. So zeigen aktuelle Erkenntnisse von Chetan Sharma Consulting2, dass die Zahl der im zweiten Quartal 2016 durch US-Mobilnetzbetreiber integrierten IoT-Geräte höher war, als die aller Smartphones und Tablets zusammen. Eine verblüffende Feststellung, die Unternehmen ein enormes Potenzial bietet – wenn sie denn innovativ genug denken und handeln. Die Betreiber dieser Geräte stellt das aber auch vor eine riesige technische Herausforderung. Schließlich wollen all die so generierten Daten auch verwaltet werden.

3 Wege, wie Stammdatenverwaltung das IoT unterstützt:

1. Die Verknüpfung Ihrer IoT-Daten mit korrekten Stammdaten beschert Ihnen neue Erkenntnisse

Wenn Sie IoT-Datenquellen mit einer Stammdatenlösung integrieren, können Sie die im Internet der Dinge erzeugten Informationen mit allen relevanten Domains verknüpfen, z. B. Kunden-, Standort-, Ressourcen-, Produkt-, oder Mitarbeiterdaten. So entsteht eine überaus machtvolle Datenbeziehung, durch die Ihr Unternehmen aus allen Geschäftsbereichen korrekte Erkenntnisse ziehen kann, und das auf Basis der vorhandenen, soliden Architektur3. Eine solche Datenbasis unterstützt jedes IoT-Projekt und bietet zudem eine Fülle neuer, hilfreicher Echtzeitinformationen. Mithilfe dieses „Innovationssystems“1 sorgen Sie für mehr Alleinstellung in wettbewerbsintensiven Märkten und schaffen die Basis für ein besseres Kundenerlebnis.

So hat beispielsweise Vodafone4 die auf IoT-Technologie basierende Bademodelinie „Smart Summer“ entwickelt und eingeführt. Deren Artikel sind mit UV-Sensoren ausgestattet, welche die Sonneneinstrahlung messen. Eine entsprechende Smartphone-App benachrichtigt Sie, wenn Sie (oder Ihre Kinder) einer zu hohen UV-Strahlung ausgesetzt sind.

Das Konzept dahinter wird meist als „Connective Clothing“ oder „Wearable Tech“ bezeichnet (Vernetzte Kleidung bzw. Tragbare Technologie). Es basiert darauf, dass der Verbraucher mit seinen Kleidungsstücken oder Accessoires kommunizieren kann. Unternehmen, die in der Lage sind, solche Daten zu nutzen, sind in einer optimalen Position, um Kundenbindung und Markentreue zu stärken.

Diese IoT-Informationen lassen sich durch die Integration mit den eigenen Stammdaten einem bestimmten Badeanzug oder einem Kindersonnenhut zuordnen und dann auf Produktlinienebene aggregieren. So werden diese Daten plötzlich zu wichtigen Informationen für das Lifecycle-Management von Produkten, die dem Designteam dabei helfen, in die nächste Kollektion genau die richtigen Verbesserungen einfließen zu lassen. All das wohlgemerkt mithilfe einer vertrauenswürdigen Quelle für korrekte Daten.

Das Tolle an Daten, die über das IoT generiert wurden, ist neben dem hohen Grad an Verlässlichkeit auch die Tatsache, dass sie in Echtzeit und während der Nutzung des betreffenden Produkts erzeugt werden. Unternehmen, denen es gelingt, solche und andere IoT-Lösungen für den Massenmarkt tauglich zu machen, werden die Nase vorn haben, da sie stets wissen, welche Funktionen für den Kunden wirklich entscheidend sind.

2. Über die Stammdatenplattform bereitgestellte IoT-Daten verbessern die Entscheidungsqualität

IoT-Daten lassen sich für die unterschiedlichsten Informationsanforderungen im Unternehmen verwenden. Nutzt man beispielsweise eine „Multi-Sided-Platform-Strategie“5, lassen sich die Mehrwert generierenden Elemente identifizieren. So kann der CIO mit Gewissheit bestimmen, welche Änderungen am „Differenzierungssystem“ bzw. am „Innovationssystem“ durchzuführen sind und die Performance des jeweiligen IoT-Projekts noch weiter steigern.

Diese Datengoldgrube hat eine enorme Tragweite, da die in Ihrem Stammdatensystem verwalteten, vertrauenswürdigen IoT-Daten dann in der gesamten Datenlieferkette Ihres Unternehmens genutzt werden können. Die Fähigkeit dieser isolierten Systeme, IoT-Daten nutzbar zu machen, wird Unternehmen, die den Mut aufbringen sich dem Internet der Dinge zu öffnen, entscheidende Vorteile bringen. Ist ein Unternehmen dann noch in der Lage, diese Innovation im Denken seiner Mitarbeiter fest zu verankern, kann es seinen Kunden sowie allen anderen Beteiligten den Weg in eine Zukunft ebnen, die von datenbasierten Veränderungen geprägt sein wird.

3. Zuverlässige Data Governance-Strukturen ermöglichen eine proaktive IoT-Nutzung

Die im Rahmen Ihrer IoT-Projekte generierten Daten müssen durch geeignete Data Governance-Strukturen flankiert werden. Eine Stammdatenlösung kann Ihnen nicht nur das bieten, sondern auch die nötigen Tools, um durch IoT-Geräte generierte Daten zu integrieren und zu referenzieren. Haben Sie dann Zugriff auf die IoT-Daten können Sie damit beginnen, diese Daten zu aggregieren und zu referenzieren. So haben alle Beteiligten die Möglichkeit, diese Daten auf Artikel-, Modell- und Produktlinienebene zu nutzen, nach Kundensegmenten zu gruppieren und vieles mehr.

Die Stammdatenlösung ist dabei für jedes IoT-Projekt im Prinzip ein Sammelbecken, aus dem man die Daten schöpft, um sie anderen Applikationen in der IT-Landschaft verfügbar zu machen und so wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Mithilfe dieser aggregierten, vernetzten Datensicht haben Unternehmen die Chance, ihre IoT-Daten proaktiv zu nutzen, da sie so auch bei großen Datenmengen Echtzeitanalysen zum Einsatz bringen können.

Solche Übersichten werden auf einer höheren Ebene der Datenstruktur aggregiert. So können über das IoT generierte Daten bei einem Mähroboter zum Beispiel Angaben über die tatsächliche Nutzung des Geräts bieten, diese auf die Nutzung aller Modelle innerhalb des Produktsegments aggregieren und sie mit jedem Nutzer des entsprechenden Modells, dem relevanten Kundensegment oder dem Standort bzw. der Region in Beziehung setzen. Solche Daten lassen sich dann nutzen, um das Produkt weiterzuentwickeln oder dem Kunden Tipps für eine effizientere Nutzung zu geben.

Stellt sich die Frage, was Unternehmen davon abhält, mit fliegenden Fahnen ins IoT-Lager zu wechseln. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Unternehmen ihr Denken und ihre Abläufe noch nicht an die digitale Realität angepasst haben. Sie haben auf Standby geschaltet und beobachten erst einmal, wie die anderen mit Problembereichen wie Datenschutz und Sicherheit, fehlendem Fachwissen, nicht vorhandenen Standards, Change Management, Technologie und Architektur umgehen.

Außerdem herrscht eine gewisse Unsicherheit, ob IoT-Projekte tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen werden. Vielleicht ist die endlose Reihung neuer Chancen und Herausforderungen in Bereichen wie Data Governance, Standards, Gesundheit und Arbeitsschutz, Sicherheit, Design und Lieferkette einfach zu erdrückend, sodass man sich jetzt eher auf kurzfristige Prioritäten konzentriert. So verliert man aber definitiv den Anschluss an die neuen Möglichkeiten, die das IoT und eine Stammdatenlösung unterstützen könnten.

Innovative, neue Angebote können gerade in wettbewerbsstarken Märkten oft helfen, den entscheidenden Vorsprung zu sichern. So können auch IoT-Projekte dazu beitragen, den Kundenservice zu verbessern, Cross- und Upselling-Chancen besser zu nutzen, die operative Effizienz zu steigern oder Risiken zu minimieren. Um die so entstehenden umfangreichen, dynamischen Datenströme verarbeiten und strukturieren zu können, ist eine Stammdatenlösung unerlässlich. Zudem dient sie als Schnittstelle zwischen den Innovatoren und Datenexperten des Unternehmens und lässt Lösungen entstehen, die Ihre Mitarbeiter und Systeme in der vernetzten Welt von heute integrieren. Wer nicht jetzt auf den bereits fahrenden Zug aufspringt, wird unweigerlich zurückbleiben. Deshalb sollten Sie möglichst schnell eine Strategie für die Datenverwaltung in einem größeren Kontext definieren.

[1] https://www.gartner.com/doc/1890915/accelerating-innovation-adopting-pacelayered-application
[2] http://www.chetansharma.com/usmarketupdateq22016.htm
[3] http://internetofthingsagenda.techtarget.com/tip/Real-time-data-analytics-on-IoT-info-starts-with-solid-architecture
[4] http://www.vodafone.com/content/index/media/vodafone-group-releases/2016/smart-summer.html
[5] http://sloanreview.mit.edu/article/how-to-win-with-a-multisided-platform-business-model/


For more than 20 years, Jesper Leth has been working with a wide range of IT activities, covering management, project management, coordination and more. Jesper’s goal always is to unfold business value, mainly by use of data, i.e. bridging data from new applications into BI applications, curving new data angles. This level of broad insight has directed Jesper into the IoT space, now working with Stibo Systems customers and helping them to find paths in linking IoT data and Master Data, which uncovers an enormous field of opportunities. Follow Jesper on:


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