menu-mob.png

4 häufig genutzte Implementierungsoptionen bei der Stammdatenverwaltung

 |
30. Mai 2018

Auf welcher Basis Ihr System für die Stammdatenverwaltung aufbaut, hängt davon ab, welchen Implementierungsweg Sie gehen. Der für Sie sinnvollste und erfolgversprechendste Weg ergibt sich aber in der Regel (mehr oder weniger automatisch) daraus, aus welcher Situation Ihr Unternehmen das Thema Stammdatenverwaltung angeht.

Sie haben die Wahl aus diversen Implementierungsoptionen, wobei diese sich hauptsächlich darin unterscheiden, ob Sie Ihre Daten von einem zentralen Hub aus kontrollieren oder ob Sie das Hub mit Ihren bestehenden Datenquellen synchronisieren.

Darum sollte der Implementierungsweg sorgsam bedacht werden.

Neben der Einhaltung aller Compliance-Vorgaben zählt die Gewährleistung durchgehend konsistenter Daten für die meisten Unternehmen zu den Top-Prioritäten. Hier liegen die Schwerpunkte auf der Verbesserung der Datenqualität, der Implementierung von Data Governance-Richtlinien sowie einfacher Verwaltung und nahtlosem, unternehmensweitem Zugriff auf alle Daten.

All diese Punkte lassen sich mit den allgemein genutzten Implementierungsoptionen erreichen. Allerdings können sich Systeme für die Stammdatenverwaltung sehr stark voneinander unterscheiden, wobei die Art der Bereitstellung vom Kerngeschäft des jeweiligen Unternehmens sowie seiner Struktur und seinen Zielen abhängt.

Ihr Lösungsanbieter kann Ihnen aufzeigen, welcher Ansatz mit Blick auf Ihre Geschäftsanforderungen der beste ist. Wir betrachten hier vier häufig genutzte Implementierungsoptionen für die Stammdatenverwaltung, sodass Sie einfacher definieren können, welche davon am besten zu Ihren organisatorischen Anforderungen passt. 

Implementierungsoption 1: Die Registervariante 

Schauen wir uns als erstes die Registervariante an. Sie wird vorwiegend genutzt, um mithilfe entsprechender Algorithmen Daten aus den verschiedenen Quellsystemen abzugleichen und zu bereinigen, wobei Datendubletten ausgefiltert werden. Bei dieser Variante werden abgeglichene Datensätze mit einem sogenannten Global Unique Identifier (GUID) versehen, um die Datenkonsistenz zu unterstützen.

Bei dieser Variante werden keine Daten an die bestehenden Quellsysteme zurückgesendet, sodass Änderungen an den Stammdaten auch weiterhin über diese ausgeführt werden. Stattdessen werden Daten hier anhand der entsprechenden Querverweise abgeglichen und bereinigt, und die Quellsysteme sind für die Qualität der eigenen Daten selbst verantwortlich.

Die erforderlichen Informationen für den Abgleich und die Verknüpfung zusammenhängender Datensätze werden gespeichert, wobei auf eine Ansicht dieser Daten bei Bedarf zugegriffen werden kann.

Um in Echtzeit eine konsistente, umfassende 360°-Kundenansicht zu bieten, greift die Lösung auf alle Referenzsysteme zu. Um aber sicherzustellen, dass diese Golden Records auch zuverlässig sind, ist eine zentrale Data Governance-Lösung erforderlich.

Master Data Management Registry implementation style


Vorteile der Registervariante

Falls Sie mit zahlreichen, weltweit verteilten Quellsystemen arbeiten, kann es schwierig sein, eine maßgebliche Quelle zu implementieren. Hier können mithilfe der Registervariante Daten analysiert werden, ohne Gefahr zu laufen, in den Quellsystemen gespeicherte Informationen zu überschreiben. Das kann Ihnen helfen, Compliance-Probleme ebenso zu vermeiden wie regulatorische Konsequenzen, die in manchen Ländern drohen, wenn Quelldaten geändert werden.

Bei der Registervariante haben Sie eine Read-Only-Ansicht der Daten, ohne Möglichkeit, die Stammdaten zu modifizieren. Das macht sie zu einer nützlichen Lösung, um Dubletten zu eliminieren und konsistenten Zugriff auf die Stammdaten zu ermöglichen.

Zudem sorgt sie für eine preiswerte, schnelle Datenintegration und greift allenfalls minimal auf Ihre Anwendungssysteme zu.



Implementierungsoption 2: die Konsolidierungsvariante 

Betrachten wir nun die Konsolidierungsvariante. Bei dieser werden die Daten in der Regel aus verschiedenen Quellen in einem Hub konsolidiert, um so durchgehend einheitliche Datensätze zu schaffen, die sogenannten Golden Records.

Diese im zentralen Hub gespeicherten Golden Records werden zu Reporting- und Referenzzwecken genutzt, und etwaige Änderungen an den Stammdaten werden auch in den jeweiligen Quellsystemen implementiert.

Master Data Management Consolidation  implementation style


Die Vorteile der Konsolidierungsvariante

Bei der Konsolidierungsvariante werden Stammdaten aus verschiedenen bestehenden Systemen gezogen und in ein zentrales, verwaltetes Stammdaten-Hub übertragen. Diese Daten lassen sich dann abgleichen, bereinigen und integrieren, um für eine oder mehrere Datendomains durchgehend einheitliche Datensätze zu schaffen.

Konsolidierte Hubs lassen sich schnell und preiswert einrichten und ermöglichen ein effizientes, unternehmensweites Reporting. Diese Variante wird vorwiegend zu Analysezwecken genutzt, da sie eine vertrauenswürdige, zentrale Datenquelle für Reporting und Analyse darstellt.

 

Implementierungsoption 3: die Koexistenzvariante

Die Koexistenzvariante bietet Ihnen die Möglichkeit, Golden Records genauso zu erstellen wie mit der Konsolidierungsvariante. Allerdings werden die Stammdaten hier in einem zentralen Stammdatensystem gespeichert und in den Quellsystemen aktualisiert.

Die Koexistenzvariante kann höhere Kosten verursachen als die Konsolidierungsvariante, da Änderungen an den Stammdaten hier im Stammdatensystem und in den Anwendungssystemen durchgeführt werden können.

Alle Attribute des Stammdatenmodells müssen konsistent sein und bereinigt werden, bevor sie ins Stammdatensystem hochgeladen werden.

 

Master Data Management Co-existence implementation style

Die Vorteile der Koexistenzvariante

Der Hauptvorteil liegt hier darin, dass die Daten in den Quellsystemen verwaltet und dann mit dem Hub synchronisiert werden. So können alle Daten harmonisch parallel existieren und ermöglichen dennoch eine durchgehend einheitliche Datenansicht.

Ein weiterer Vorteil dieses Ansatzes ist, dass er die Datenqualität verbessert und den Zugriff beschleunigt. Auch das Reporting wird vereinfacht, da alle Stammdatenattribute an einem zentralen Ort vorgehalten werden.

Sollte Ihr Unternehmen irgendwann beschließen, dass es seine zentral verwalteten Daten mit deren Quellsystemen rückverknüpfen möchte, ließe sich das Hub einer Konsolidierungsvariante problemlos in ein Koexistenz-Hub umwandeln.

 

Implementierungsoption 4: die transaktions-bezogene/zentralisierte Variante 

Bei der Transaktionsvariante werden Stammdatenattribute mithilfe von Algorithmen für Verknüpfung, Abgleich, Bereinigung und Anreicherung gespeichert und gepflegt, um so die Daten zu optimieren. Die so verbesserten Daten lassen sich dann wieder an die jeweiligen Quellsysteme übertragen.

Das Hub unterstützt die Integration von Stammdatensätzen, wobei die Quellsysteme durch das zentrale System ausgeführte Updates abonnieren können, was durchgehende Konsistenz gewährleistet. Allerdings muss bei dieser Variante auf die Quellsysteme zugegriffen werden, um die bi-direktionale Interaktion zu ermöglichen.

Transactional/centralised MDM implementation style

 

Die Vorteile der transaktionsbezogenen/zentralisierten Variante

Der wahre Vorteil dieser Variante liegt darin, dass Ihre Stammdaten zu jedem Zeitpunkt korrekt und vollständig sind, während das Hub einer Transaktionsvariante auf allen Datenattributebenen die entsprechenden Sicherheits- und Transparenzrichtlinienunterstützen kann. So erhalten Sie zentralisierte Stammdaten für eine oder mehrere Datendomains.

Die Transaktionsvariante kann sich aus bestehenden Konsolidierungs- und Koexistenzmodellen entwickeln.

 

Ihre Implementierungsvariante 

Wir hoffen, diese Übersicht über vier häufig genutzte Implementierungsoptionen konnte Ihnen helfen, den für Ihr Unternehmen richtigen Ansatz zum Thema Stammdatenverwaltung zu identifizieren.

Bevor Sie aber mit der Implementierung starten, sollten Sie zunächst definieren, welche geschäftlichen Herausforderungen Sie mithilfe von Stammdatenverwaltung meistern wollen.

Falls Sie zum Beispiel durch die dezentrale Speicherung von Daten in isolierten Silos ausgebremst werden, sollten Sie im ersten Schritt überlegen, was Sie gerne mit Ihren Daten tun würden, wenn Sie denn auf zentral vorgehaltene, konsistente, umfassende Datensätze zugreifen könnten.

Im nächsten Schritt sollten Sie dann bestimmen, welche Personen auf die Daten zugreifen müssen und ob Sie diesen den Zugriff mit verschiedenen Geräten und über globale Standorte hinweg gestatten wollen.

An diesem Punkt lohnt es sich, ausgewiesene Stammdatenexperten um Rat zu fragen. Schließlich sollte die von Ihnen gewählte Implementierungsvariante Ihnen dabei helfen können, Ihre kritischsten Daten zu verwalten und zu pflegen, geschäftliche Herausforderungen zu meistern und Ihre Ziele zu erreichen.

Zum Glück können Sie bei den oben vorgestellten Varianten problemlos von einer zur anderen migrieren, falls sich Ihre Anforderungen ändern oder das Unternehmenswachstum es erforderlich macht. Entscheidend bei alldem ist, dass Sie sich von vornherein für die richtige Stammdatenplattform entscheiden, die in der Lage ist, mit Ihrem Unternehmen und Ihren Anforderungen zu wachsen.

New call-to-action

´


Trotz seiner jugendlichen Erscheinung vermarktet Michael Lonnon seit fast zwei Jahrzehnten auf Hersteller-, Partner- und Agenturebene Technologielösungen. Bei Stibo Systems ist er für die europaweite Vermarktung unserer Stammdatenlösungen verantwortlich und unterstützt zukunftsorientierte Unternehmen dabei, mithilfe ihrer Daten die Kundeninteraktion zu verbessern und den Umsatz zu steigern.


← Vorheriger Eintrag
Nächster Eintrag →