Vorbereitung auf die DSGVO – Bürde oder Chance?

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20. Juni 2017

Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) will die EU durch neue Standards für die Nutzung und Verwaltung persönlicher Angaben den Datenschutz für ihre Bürger verbessern. Davon betroffen sind so gut wie alle Unternehmen, auch solche, die gar nicht in der EU ansässig sind. Auf dieser DSGVO-Seite finden Sie umfangreiche Infos zum Thema.

Bislang war es in der Regel so, dass Unternehmen die persönlichen Daten ihrer Kunden und Mitarbeiter sowie anderer Parteien quasi als ihr persönliches Eigentum betrachten konnten. Das ändert sich mit dem 25. Mai 2018 grundlegend. Denn ab diesem Datum werden EU-Bürgern bezüglich der Speicherung, Nutzung und Verwaltung ihrer Daten durch Dritte einige neue Rechte eingeräumt. Einfach ausgedrückt, dürfen Unternehmen Daten wie E-Mail-Adressen, Rufnummern, Social-Media-Profile, Standortinfos und vieles mehr allenfalls noch als temporäre Leihgabe betrachten. Denn der Dateneigner, also jeder EU-Bürger, kann künftig jederzeit die Löschung seiner Daten oder deren Übertragung an eine andere Partei verlangen.

Klingt erstmal so, als würde die DSGVO den Bürgern Vorteile bringen und nicht den Unternehmen. Schaut man aber genauer hin, erkennt man, dass der Übergang zur DSGVO bei aller Belastung, die dieser mit sich bringen mag, von den Unternehmen in erster Linie als Chance verstanden werden sollte. Hier die Gründe:

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Ein Traumszenario für Vertrieb und Marketing

Durch die Verordnung sind die Unternehmen gezwungen, ihren Datenwust aufzuräumen und für jede einzelne Person im Bestand ein umfassendes Profil anzulegen. Nur so lassen sich nämlich die neuen Vorschriften für die Zustimmung zur Datennutzung erfüllen und Verbraucherrechte wie z. B. das Recht auf Datenzugriff und das Recht auf Widerspruch beachten.

Den eigenen Datenbestand in Schuss zu bringen, ist aber genau das, was Unternehmen auch tun müssen, um ihren Kunden das zu bieten, was diese heute schlicht und einfach voraussetzen: ein nahtloses, personalisiertes Shopping-Erlebnis.

So betrachtet ist die DSGVO also auch für Unternehmen eine tolle Sache. Überlegen Sie nur: Sie könnten jederzeit auf umfassende, aktuelle Kundendaten zugreifen, und Ihr Marketingmaterial würde punktgenau bei den Personen landen, die auch Interesse daran haben. Ein Traumszenario, oder? Und die DSGVO ebnet Ihnen den Weg dahin.

Leider sieht man in manchen Unternehmen die DSGVO immer noch vornehmlich als gewaltigen Aufgabenberg, der sich nur mit größter Mühe erklimmen lässt, während man in anderen Firmen ganz einfach den Kopf in den Sand steckt. In beiden Fällen sollte man sich klar machen, dass die horrenden Sanktionen, die demnächst bei Nichtbeachtung der DSGVO verhängt werden, genau diese Unternehmen treffen. 

Aber selbst wenn die Europäische Kommission nicht gleich am 25. Mai mit einem Zahlungsbefehl auf der Matte steht, oder wenn Sie durch die DSGVO nicht betroffen sind (z. B. wenn Sie keine persönlichen Daten von EU-Bürgern speichern), sollten Sie sich diese Chance nicht entgehen lassen. Wenn Sie jetzt die in Ihrem Unternehmen gespeicherten persönlichen Daten ausmisten und neu strukturieren, bringt Ihnen das enormen Mehrwert ins Haus. Abgesehen davon wird das Thema Datenschutz zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor.

Es liegt also ganz bei Ihnen: Entweder Sie sehen die DSGVO als eine weitere nervende Vorschrift, die Sie zu erfüllen haben, und stellen ohne großes Engagement das absolute Minimum an Compliance sicher. 

Oder Sie sehen die Einführung der DSGVO als eine fantastische Chance, all die Daten, die (vermutlich auch bei Ihnen) in verschiedenen Abteilungen und Datenbanken des Unternehmens isoliert vor sich hin schlummern, in Goldnuggets zu verwandeln. Und genau da kommt das Thema Mehrwert ins Spiel: Ihr Unternehmen verschafft sich umfassende, top-aktuelle und hochwertige Kundeninformationen und kann den Schutz persönlicher Daten zuverlässig gewährleisten – und Ihre Kunden honorieren das im Gegenzug durch Treue und Vertrauen in Ihre Marke. 

Wie gesagt … Ihre Entscheidung.

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