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Die menschliche Seite des Master Data Managements

Autor: Peter Krensky
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28. Oktober 2014

Neunzig Prozent der klassenbesten Unternehmen (die obersten zwanzig Prozent, gemessen an ihrer Performance) betreiben formelle MDM-Initiativen, die in direktem Zusammenhang mit ihrer Leistungsfähigkeit in den Bereichen Datenqualität, Prozesseffizienz, Umsatzwachstum und Kostenreduktion stehen. Dabei ist eine MDM-Initiative ein wahrlich kompliziertes Unterfagen, das nicht nur technische Lösungen (er)fordert, sondern auch Menschen, die mit ihnen arbeiten, und dazu die richtigen Regeln und Richtlinien für den Einsatz beider. Unter rein technischen Aspekten gibt es große Unterschiede zwischen den Systemen, die sich MDM-Lösungen nennen.

Manche sind darauf ausgelegt, eine einzige Domäne zu managen, andere wiederum verwalten eine Vielzahl davon. Manche haben sehr viele Funktionen und Merkmale, andere wiederum erfüllen wenige Aufgaben extrem gut. Die Marktuntersuchungen der Aberdeen Group zum Thema Master Data Management zeigen diejenigen Elemente auf, die am stärksten mit den MDM-Initiativen der klassenbesten Unternehmen korrelieren
(Abb. 1).

Abbildung 1: Besondere Fähigkeiten im MDM-Bereich

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Einer der Trends, die sich in der jüngsten MDM-Forschung zeigen, ist der, dass die Klassenbesten sich immer weiter vom Hauptfeld absetzen. Diese Unternehmen arbeiten heute stärker mit Richtlinien (z. B. Datenpolitik) und geben sich technologiefreundlicher als früher. Schon allein dadurch sind sie gut auf die rasche Zunahme der zu verarbeitenden Datenmengen und die wachsende Komplexität der MDM-Umgebung vorbereitet. Natürlich erfordern alle diese Dateninitiativen und Technologieimplementierungen die Zustimmung von oben; so haben zwei Drittel der Unternehmen mit der besten Perfomance dann auch die aktive Unterstützung von Mitgliedern der Geschäftsführung für ihre MDM-Programme. Bisher war der Mangel an Unterstützung durch das Top-Management häufig ein Stolperstein – unter anderem, weil man dort nicht immer versteht, wie wichtig Datenqualität ist, oder weil es mitunter schwierig ist, den ROI für solche Programme zu definieren. Die Zahlen zeigen jedoch, dass sich dieser Trend langsam umkehrt. Quer durch alle Unternehmen, auch bei denen mit mangelnder Performance, treten mehr und mehr Mitglieder der Geschäftsleitung als Förderer von MDM- und anderen Dateninitiativen auf. Von den Nachzüglern erfuhren 2012 nur 10 Prozent diese Unterstützung, doch schon ein Jahr später stieg dieser Wert auf 30 Prozent. Außerdem verstehen immer mehr Manager aus den Kerngeschäftsbereichen, dass sie die Leistungsfähigkeit ihrer Abteilungen durch bessere, genauere Daten steigern können. Während der Löwenanteil der fördernden Führungskräfte unter den CEOs und CIOs zu finden ist, nennen 28 % aller Unternehmen ihre Vertriebschefs und 26 Prozent ihre Marketingleiter als am MDM beteiligte Unterstützer.

Bei den Klassenbesten läuft es so: Wenn sie sich die Unterstützung der Geschäftsleitung gesichert haben, verwenden sie auch Zeit darauf, um den Rest der Belegschaft zu überzeugen. Bei den Klassenbesten liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr Datenmanagement und ihre Anaylsekompetenzen systematisch selbst weiterentwickeln, 2,37 Mal so hoch wie beim Durchschnitt. Die Top-Performer investieren in die analytischen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter, um ihr Verständnis von Quelldaten und die Qualität ihrer Analysen zu verbessern. Mithilfe von Inhouse-Programmen können Unternehmen die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter auf das Niveau bringen, das für die Erreichung der Unternehmensziele benötigt wird. Die Klassenbesten sind mehr als doppelt so gut wie die Nachzügler darin, in abteilungsübergreifenden Teams zu arbeiten, in denen Vertreter der IT ebenso sitzen wie Leute aus dem Kerngeschäft. Genau solche Teams geben den unterschiedlichen Nutzergruppen eine Stimme hinsichtlich der Datenanforderungen und helfen den Geschäftsleuten, die Voraussetzungen und Möglichkeiten der IT im Hinblick auf MDM zu verstehen. Und noch etwas: Unter den Klassenbesten betreiben 2,56 Mal so viele Unternehmen standardisierte Schulungen ihrer Mitarbeiter auf den MDM-Systemen wie der Durchschnitt.

Erfolgreiches Master Data Management ist mehr als nur eine Technologie. Die Top-Performer unter den Unternehmen investieren in die Mitarbeiter, die MDM überall im Unternehmen zu durchschlagender Wirkung verhelfen.

Über den Autor

Peter Krensky ist Research Analyst im Geschäftsbereich Analytics and Business Intelligence (BI) der Aberdeen Group. Bei Aberdeen konzentriert sich Krensky auf die datenbezogene Marktforschung, um die Vorteile verschiedener Technologielösungen für Unternehmen aufzuzeigen. Mithilfe von Umfragen und Analysen zeigt er unter anderem die Best Practices für die Einführung neuer Technologien auf, die zu unternehmerischer Spitzen-Performance führen. Peter Krenskys wichtigste Forschungsthemen sind Echtzeitanalysen, Datenvisualisierung, Business Intelligence als Eigenleistung oder Cloud-/SaaS-Lösung sowie die rollenbasierte und branchenspezifische Anwendung von Analysemethoden. Krensky hat einen BA (cum laude) in Geschichte vom Amherst College, Massachussetts.

Autor: Peter Krensky, Research Analyst, Aberdeen Group



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