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Kennen Ihre Kunden den Wert IHRER EIGENEN persönlichen Daten?

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23. März 2017

Auf den Chefetagen in aller Welt rückt derzeit ein Thema immer stärker in den Mittelpunkt: die Datenschutz-Grundverordnung der EU, kurz DSGVO, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt. Während mit dieser Verordnung der Datenschutz bei vielen Unternehmen bereits ganz an die Spitze der Prioritätenliste geschnellt ist, sind den meisten Verbrauchern die DSGVO und die Vorteile, die sie ihnen bietet, nach wie vor kein Begriff. Doch das wird sich bald ändern (zumindest in Europa) und dürfte sich dann zügig in verändertem Verbraucherverhalten niederschlagen. Und genau darauf müssen sich die Unternehmen vorbereiten. Aber mal Hand aufs Herz: Sind Sie für Kunden gerüstet, die sich des Wertes ihrer Daten ebenso bewusst sind wie der Risiken, die es bedeutet, diese mit anderen zu teilen?

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Bis dato klickt die Mehrzahl der Verbraucher Webseiten doch weitestgehend an, ohne sich groß um Datenschutzbestimmungen oder Cookie-Richtlinien zu scheren. Ich meine, wer liest denn tatsächlich all diese Einblendmenüs, die darüber informieren, dass hier persönliche Daten gesammelt werden und dass man sich mit der weiteren Nutzung der Webseite eben damit (und weiß Gott womit noch) einverstanden erklärt? Ich tue es jedenfalls nicht.

Bis in die Nullerjahre des neuen Jahrtausends war eine gewisse Tendenz zu beobachten, persönliche Daten nicht als privates, potenziell wertvolles und damit schützenswertes Gut zu sehen. Auf LinkedIn habe ich sogar schon verschiedentlich gesehen, dass Nutzer ihre E-Mails in öffentlichen Diskussionen platzierten, nur um sich irgendwelche E-Books zu sichern. Aber das sollte bald der Vergangenheit angehören.

Die Generation Z, die Zunahme bei der Online-Kriminalität und die DSGVO werden eine Datenschutzrevolution auslösen.

Das Blatt hat sich gewendet. Die als Generation Z bezeichneten Jahrgänge ab Mitte der 1990er, die mit den verschiedensten digitalen Plattformen groß geworden sind, haben heute deutlich größere Bedenken, ihre Daten mit Marken zu teilen, und das greift zunehmend auch auf ältere Generationen über.

Eine umfassende jährliche Studie des Marketing- und Analyseunternehmens Aimia mit über 15.000 teilnehmenden Verbrauchern aus neun Ländern zeigt, dass die Zahl der Verbraucher, die ihre persönlichen Daten als sehr wertvoll einschätzen, seit 2014 um ein Drittel gestiegen ist. So stieg in Indien der Anteil dieser Personen von 30 % im Jahr 2014 auf 45 % im Jahr 2016. In Großbritannien stieg der Wert im selben Zeitraum von 34 % auf 41 %.[1]

Die Verbraucher haben einfach mittlerweile erkannt, dass ihre Daten für Marken wertvoll sind und dass sie mehr Schutz verdient haben. So könnte der rasante Anstieg bei Online-Kriminalität und Datenschutzverletzungen in Kombination mit der Einführung der DSGVO in den Köpfen der Verbraucher letztendlich den Anstoß zur Datenschutzrevolution geben, und darauf müssen sich dann die Unternehmen einstellen. Allerdings werden die Leute wohl auch weiterhin bereit sein, ihre Daten weiterzugeben. Aber nicht mehr ohne Gegenleistung.

Wiederum geht hier die Generation Z voran. So zeigt eine aktuelle Studie, dass 91 % der Verbraucher zwischen 16 und 24 der Ansicht sind, dass sie für die Weitergabe ihrer Daten an einen Markenartikler eine Gegenleistung verdient haben.[2] Die von Aimia durchgeführte Untersuchung unterstützt diese Aussage. Sie belegt, dass „mehr als sechs von zehn Verbrauchern von Unternehmen, die ihre Daten gespeichert haben, ein besseres Serviceerlebnis erwarten.“[1]

Als Unternehmen sollten Sie sich auf diese „Revolution“ vorbereiten, indem Sie schon jetzt alle durch Sie vorgehaltenen Daten in den Griff bekommen. Das hilft Ihnen, die Anforderungen der neuen DSGVO zu erfüllen und Datenschutzverletzungen zu vermeiden. Vor allem aber bieten Sie Ihren Kunden so genau das, was sie wünschen: Datenschutz UND Personalisierung.

Zwar mag sich das jetzt etwas nach L’Oréal Werbung anhören, aber in naher Zukunft werden alle Verbraucher wissen, dass ihre Daten „es wert sind“. Gewiss, derzeit stehen dabei nach Einschätzung der Verbraucher noch vorwiegend Verhaltens- und Kontaktdaten im Mittelpunkt[1], aber schon bald werden sie wissen, dass all ihre persönlichen Daten für irgendjemanden höchst wertvolle Informationen darstellen. Ist Ihr Unternehmen darauf vorbereitet? 

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[1] http://aimia.com/en/loyalty-lens/2016-loyalty-lens-global.html
[2] http://www.campaignlive.co.uk/article/younger-consumers-want-transparency-data/1395964#bQs1OLyxLSQkMAOq.99



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