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Erstellen einer Roadmap für Ihre Strategie: So wird's gemacht

Autor: Dan Power
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4. März 2015

Vorschlag für eine Methode zur Erstellung einer Strategie für das Master Data Management (MDM) und eine Data-Governance-Initiative, aufgeteilt in Phasen:

Master Data Management Strategy Methodology

Abbildung 1: vorgeschlagene Methode für eine MDM-Strategie

 In der Entwicklungsphase der Strategie-Roadmap arbeiten Vertreter der Business- und der IT-Organisation in moderierten Workshops zusammen. Gemeinsam analysieren Sie den Ist-Zustand und legen fest, wo das Unternehmen hin will (Soll-Zustand) und wie lange der Wandel dauern soll.

Die Arbeitsgruppe nimmt eine Gap-Analyse vor und entwickelt Strategien zum Schließen der Lücke, mit denen der Soll-Zustand zeitnah und kostengünstig erreicht werden kann. Die zu schließenden Lücken werden dann nach Priorität eingestuft, sodass die wichtigsten Komponenten zuerst bearbeitet werden können. Für jede Stufe können dann die erreichten Meilensteine veröffentlicht werden. Das Ergebnis ist eine Strategie-Roadmap, die die Aktionen beschreibt, die zum Schließen der Lücke zwischen Ist- und Soll-Zustand erforderlich sind.

Mit dieser konsequenten und jederzeit wiederholbaren Methode erzielt man hochwertige Ergebnisse. Sie basiert unter anderem auf der Publikation IDEAL℠: A User’s Guide for Software Process Improvement von Robert McFeeley vom Software Engineering Institute der Carnegie Mellon University, Pennsylvania.

Sehen wir uns die Schritte im Einzelnen an.

(1) Analyse des Ist-Zustands

Vor der Analyse wird oftmals eine separate Bestandsaufnahme vorgenommen. Ist dies nicht der Fall, sollte die Bestandsaufnahme als erster Arbeitsschritt der Strategie-Roadmap durchgeführt werden.

Analysieren Sie die Organisationsstruktur, die Mitarbeiter und die Kultur des Unternehmens im Kontext von Master Data Management und Data Governance. Dann betrachten Sie die Geschäftsprozesse, die vorhandene Technik und die üblicherweise verarbeiteten Informationen (Daten). Es empfiehlt sich die Anwendung eines Reifegradmodells, das die Einordnung des Unternehmens auf einer fünfstufigen Skala erlaubt.

Das Resultat der Arbeit auf dieser Stufe ein Ergebnis- und Empfehlungsdokument, das vom Projektauftraggeber und den Kernmitgliedern des Teams geprüft wird.

(2) Definieren des Soll-Zustands

Hierzu ist eine Reihe von moderierten Workshops erforderlich, an denen eine Gruppe aus sorgfältig ausgewählten Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen im Unternehmen (Business und IT) teilnimmt.

Eine der ersten Handlungen ist die Festlegung eines Zeitplans für die Roadmap. Der zeitliche Ablauf ist in der Regel kurzfristig (ein bis zwei Jahre) oder langfristig (drei bis fünf Jahre) angelegt.

In diesen Zeitkontext sind folgende Faktoren einzuordnen:

  • Master Data Management
  • Datenintegration
  • Datenqualität
  • Datenanreicherung
  • Data Governance

Ziehen Sie die übergeordneten strategischen Unternehmensziele in Betracht und bestimmen Sie dann, ob und wie die MDM-Strategie zu diesen Zielen passt und deren Erreichung fördert.

Das Ergebnis dieser Phase sollte ein Papier sein, das aussagt, wie über den festgelegten Zeitraum in mehreren kontrollierten Stufen – beispielsweise in Form von System-Releases – ein Mehrwert für das Unternehmen geschaffen wird.

(3) Durchführen einer Gap-Analyse

Dies ist meine Lieblingsphase, denn hier werden die Lücken zwischen dem, „was wir sind“, und dem, „was wir sein wollen“, ermittelt. Dazu werden dann die Strategien zum Schließen der Lücke(n) entwickelt, damit der Soll-Zustand erreicht werden kann.

Die Lückenschließungsstrategien lassen sich den vier klassischen Domänen der Unternehmensarchitektur zuordnen: Geschäftsarchitektur, Anwendungsarchitektur, Informations- und Datenarchitektur und Technologiearchitektur.

Das Resultat dieser Arbeitsphase ist eine Liste aller festgestellten Lücken, geordnet nach Typen, mit den zugehörigen Schließungsstrategien.

(4) Sortieren nach Priorität und Reihenfolge

Hier wird jeder Strategie zur Lückenschließung eine hohe, mittlere oder geringe Priorität zugeordnet. Dadurch können Sie die wichtigsten Lücken zuerst angehen. Verwerfen Sie jedoch keinesfalls die Listeneinträge von mittlerer und geringer Priorität, denn sie werden möglicherweise als Vorstufen zu einer Handlung mit hoher Priorität benötigt.

Das Festlegen einer Reihenfolge bringt zutage, welche Vorgänge voneinander abhängig sind – häufig ergibt sich eine natürliche Abfolge nach dem Schema „erst A, dann B, dann C“.

Das Ergebnis dieser Stufe ist ein Gantt-Diagramm, das den übergeordneten Projektverlauf für die kommenden ein bis zwei bzw. drei bis fünf Jahre zeigt. Das Diagramm wird typischerweise in Gruppen oder Arbeitsabläufe strukturiert, beispielsweise folgende:

  • Management und Geschäftsprozesse
  • Organisation und Veränderungsmanagement
  • Technologie und Information

(5) Erstellen der Roadmap

In die Roadmap fließen in der Regel die Ergebnisse der vier vorausgegangenen Arbeitsschritte ein:

  • Die Ergebnisse und Empfehlungen der Bestandsaufnahme (Ist-Analyse) mit einer Zusammenfassung der Probleme, die gelöst werden müssen
  • Die Definition des Soll-Zustands, die den Zeitrahmen (das „Wann“), die Vision für die Initiative und die Art und Weise, wie die MDM-Strategie die übergeordneten Unternehmensziele fördert (das „Was“), sowie den Nutzen und den Mehrwert des Programms (das „Warum“) beschreibt
  • Die Liste der Lücken und der Lückenschließungsstrategien (das „Wie“)
  • Das übergeordnete Gantt-Diagramm für das Programm über die nächsten Jahre

Abrundung durch Einbeziehung

Die Gewinnung von engagierten Fürsprechern für ein MDM-Programm im Unternehmen erfordert eine aktive Unterstützung durch die Führungsebene. Um die Geschäftsführung zu gewinnen, müssen sie eine überzeugende Vision kommunizieren und die Vorteile für das Unternehmen immer wieder klar benennen. Insbesondere den kritischen Stakeholdern müssen Sie stets die Frage beantworten können: „What's in it for me?“ Ja – was haben sie davon?

Dieser Einbeziehungsprozess gewährleistet, dass die Geschäftsführung und Abteilungsleitungen die Vision und deren Weiterentwicklung laufend unterstützen und sich an den Schritten beteiligen, die zur Umsetzung erforderlich sind.

Wer sich die Zeit nimmt, von vornherein eine derartige Strategie zu entwickeln, erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass eine solch komplexe, mehrere Jahre dauernde Initiative für ein besseres Informationsmanagement reiche Früchte trägt. Oder wie man bei der British Army zu sagen pflegt: „Proper planning and preparation prevents pretty poor performance.“

Über den Autor

Dan Power ist Herausgeber des Hub Designs Magazine, und Gründer und President von Hub Designs, einem weltweit tätigen Management- und Technologieberatungsunternehmen, das sich auf Strategieentwicklung, die Lieferung von Lösungen und die Theorieentwicklung im Bereich Master Data Management (MDM) und Data Governance spezialisiert hat. Sie erreichen ihn hier: http://hubdesigns.com/contact. 

Autor: Dan Power, Hub Designs



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