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MDM für Finanzdienstleister: Basis für grundlegende neue Erkenntnisse

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14. Dezember 2016

Unaufhörlich wachsende Berge von Transaktionsdaten, Echtzeit-Feeds aktueller Marktinformationen und dazu jede Menge seitens externer Partner zugesteuerte Daten lassen keinen Zweifel daran, dass Finanzdienstleister mit einem Erkenntnisdefizit zu kämpfen haben.  Zwar werden in der Branche wegweisende Analysetechniken genutzt, um aus dem gewaltigen Datenwust Erkenntnisse zu ziehen, eine optimale Informationstiefe lässt sich aber nur erzielen, wenn auch entsprechende Mechanismen für Datenorganisation, -zugriff und -bereinigung sowie die nötigen Governance-Tools vorhanden sind.  Viele Unternehmen (vor allem in der Finanzbranche) versuchen heute, dieser Herausforderung mit der Brieftasche zu begegnen.  Wenn man über die nötigen Mittel verfügt, ist das auch durchaus legitim. Allerdings sollte man unbedingt darauf achten, dass die Infrastruktur robust und skalierbar ist, dass die Daten und ihre Umgebung absolut sicher sind und dass die Anwender auf die für ihre Aufgaben nötigen Tools und Applikationen zugreifen können. Hat man das sichergestellt, setzen die meisten Unternehmen auf Analyse, um den Schritt von der Automation zur Optimierung zu vollziehen. Um aber aus der gewaltigen Datenmenge, die moderne IT-Systeme unaufhörlich generieren, wirklich wertvolle Erkenntnisse extrahieren zu können, ist neben den richtigen Tools vor allem auch eine datenorientierte Denkweise erforderlich. 

Daten des zur Aberdeen Group gehörenden Informations-Providers CiTDS zeigen, dass Finanzdienstleister je Standort für entsprechende Lösungen im Schnitt US$ 2,8 Mio. ausgeben. Im Gesundheitswesen sind es US$ 400.000 und im Bildungswesen gerade mal US$ 240.000.  Außerdem belegt die Untersuchung, dass diese Unternehmen viel eher Mitarbeiter mit einem soliden Daten- und Analyse-Know-how beschäftigen bzw. einstellen.  Diese Firmen verfügen über die nötigen Ressourcen und sind durchaus bereit, sie in die Dateninfrastruktur zu investieren. Woran es allerdings dennoch in der Branche mangelt, ist bereichsübergreifende Datentransparenz (Abb. 1).

Abb. 1: Datenprofis ohne Zugriff?

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Bei all den regulatorischen Auflagen der Branche ist es nur zu verständlich, dass Finanzdienstleister das Thema Datenzugriff eher restriktiv angehen und die Datenverfügbarkeit nur zögerlich ausweiten. Zu groß ist die Angst davor, ungeprüfte, mit Fehlern behaftete Daten ohne ausreichende Sicherheit mehr oder weniger jedem verfügbar zu machen. Aber dieses Schreckensszenario ist zum Glück weit von der Realität entfernt. Im aktuellen Aberdeen Report Explore It, Don’t Just Store It: The Value of Searchable Data lesen Sie, wie sich eine verantwortungsvolle, offene Datenzugriffsstruktur auf die Performance auswirkt.

Dieses Konzept, Datenzugriff mit Verantwortlichkeit zu verknüpfen, ist einer der Hauptgründe, aus denen Unternehmen sich Technologien wie der Stammdatenverwaltung zuwenden.  Eine effiziente Stammdatenstrategie bietet Unternehmen die Möglichkeit, verschiedenste Daten aus den einzelnen, meist isolierten Quellen des Unternehmens (und darüber hinaus) zu konsolidieren und zentral zu verwalten. Gleichzeitig schaffen sie sich so eine Governance- und Kontrollebene, die eben die Datenqualitätsprobleme reduzieren oder gar eliminieren kann, die Finanzdienstleister so fürchten.  Führende Nutzer konnten sich durch die Implementierung einer effizienten Stammdatenstrategie folgende Vorteile sichern:

  • Bessere Datenqualität: Während gesetzliche Vorgaben Finanzdienstleister schlicht und einfach dazu zwingen, das Thema Datenqualität zu forcieren, lässt sich derselbe Effekt auch durch die Nutzung von Best-Practices für die Generierung relevanter und nutzbarer Erkenntnisse erzielen. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen mit seiner Datenqualität zufrieden ist, bei führenden Nutzern von Stammdatenlösungen um 94 % höher als beim Rest.
  • Schnellere Entscheidungsfindung: Nichts behindert den Entscheidungsprozess mehr als fehlerhafte, doppelte oder erst gar nicht vorhandene Daten. Durch Steigerung der Datenqualität können führende Nutzer von Stammdatenlösungen Informationen in signifikant höherem Maße pünktlich bereitstellen.  So ergab die Untersuchung, dass bei diesen Unternehmen die Wahrscheinlichkeit, dass entscheidende Daten verspätet bereitgestellt werden, um den Faktor 2,3 niedriger ausfällt. 
  • Umsatzsteigerung: Der natürliche Verlauf eines effizienten Analyseprozesses beginnt mit Rohdaten und endet mit operativ nutzbaren Erkenntnissen, die zu Ergebnissen führen.  In diesem Prozess spielt die Stammdatenverwaltung eine tragende Rolle, da sie dazu beiträgt, die Qualität und Nutzbarkeit von Daten zu steigern. Das wiederum schafft die nötige Basis, um Erkenntnisse aus den Daten ziehen zu können.  Eine höhere Datenqualität beschleunigt aber die Entscheidungsfindung und bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, mehr Ansatzpunkte für Umsatzwachstum und Effizienzsteigerung zu identifizieren und zu nutzen.  Bei führenden Nutzern von Stammdatenlösungen ist die Wahrscheinlichkeit für organisches Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahreswert um das 2,2-Fache höher als bei anderen Unternehmen.

Mit IT-Budgets, die um das Drei- bis Zehnfache höher sind als in anderen Schlüsselbranchen, befinden sich Finanzdienstleister in einer beneidenswerten Position, wenn es um die Bereitstellung von Ressourcen für die Datennutzung geht.  Innovationen wie algorithmischer Handel und wegweisende Analyse-Tools helfen den Unternehmen der Branche, ihren Vorsprung zu sichern, aber die Untersuchung macht auch deutlich, dass die Datenumgebung das womöglich wichtigste Teil dieses Puzzles ist.  So profitieren Unternehmen mit einer schlüssigen Stammdatenstrategie, die Daten bei effizienter Kontrolle unternehmensweit verfügbar macht, von höherer Datenqualität, beschleunigter Entscheidungsfindung und greifbaren Geschäftsergebnissen.



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