menu-mob.png

Warum 7 Bausteine für die Stammdatenverwaltung nicht mehr ausreichen: das Best-Practice-Modell von Gartner auf dem Prüfstand

 |
17. Juli 2017

Dieser Blog-Post greift das von Stibo Systems veröffentlichte John Radcliffe Webinar „Revisiting Gartner’s Seven Building Blocks of MDM: A Framework for Success“ auf. Sie können sich das gesamte Webinar auf Abruf jederzeit hier anhören.

Erinnern Sie sich an die Geschichte von Goldlöckchen … dem kleinen Mädchen, das in das Haus der drei Bären spaziert, auf ihren Stühlen sitzt, ihren Haferbrei isst und in ihren Betten schläft? Dann wissen Sie vermutlich auch noch, dass Goldlöckchen die Sachen von Vater und Mutter Bär ablehnte, während sie die des Bärenkindes „gerade recht“ fand.

goldilocks_2.jpg

Quelle: http://sti.bo/2rYOIhG

 Auch bei John Radcliffes neuem Baustein für die Stammdatenverwaltung geht es darum, es „gerade recht“ hinzubekommen. Falls Sie die sieben traditionellen Bausteine noch nicht kennen oder sich nicht mehr genau an sie erinnern können, hier ein kurzer Überblick:

  • 1. MDM-Vision: Entwickeln Sie eine Vision oder Zielsetzung für die Stammdatenverwaltung, die mit Ihrer geschäftlichen Vision übereinstimmt.
  • 2. MDM-Strategie: Definieren Sie die Ziele, den Umfang und die Marschrichtung, um die richtige Strategie zu bestimmen.
  • 3. MDM-Metriken: Quantifizieren und demonstrieren Sie mithilfe wirtschaftlicher Kennzahlen den geschäftlichen Nutzen von Stammdatenverwaltung. 
  • 4. MDM-Governance: Erstellen Sie einen Data Governance-Rahmen, der alle Unternehmensebenen umfasst.
  • 5. MDM-Organisation: Meistern Sie mit einer gemeinsamen Vision kulturelle Differenzen und Change-Management-Probleme.
  • 6. MDM-Prozesse: Verstehen und optimieren Sie den Daten-Lebenszyklus.
  • 7. MDM-Technologie-Infrastruktur: Setzen Sie auf die richtigen unterstützenden Technologien.

Vor fast zehn Jahren entwickelte der Stammdatenanalyst John Radcliffe für Gartner das Best-Practice-Modell „The Seven Building Blocks of MDM: A Framework for Success“ für die erfolgreiche Implementierung von Stammdatenverwaltung im Unternehmen. Seitdem ist dieses Modell elementarer Bestandteil der entsprechenden Gartner Empfehlungen und hat vielen Unternehmen geholfen, erfolgreich eine Lösung für die Stammdatenverwaltung zu implementieren.

Die Gartner Group selbst beschreibt das Modell so: „CDOs und andere Verantwortliche benötigen einen Rahmen, der es ihnen ermöglicht, das Thema Stammdatenverwaltung auf strategische, ausgewogene und integrierte Weise anzugehen. Mithilfe der sieben Stammdaten-Bausteine von Gartner lassen sich entsprechende Vorhaben bei Maximierung der Businessvorteile erfolgreicher umsetzen.“

Aber kürzlich unterzog Radcliffe die sieben Bausteine einer kritischen Überprüfung und fügte einen achten hinzu. Mehr dazu in diesem einstündigen Webinar , das Sie hier jederzeit abrufen können.

Beim neuen Baustein steht das Thema „Daten“ im Mittelpunkt:

8. MDM-Daten: Finden, integrieren und distribuieren Sie die richtigen Stammdaten.

Bei diesem Baustein geht es darum, Ihre Stammdateninitiative zu strukturieren. Denn in jedem Unternehmen stellt sich die Frage, um welche Stammdaten man sich als erstes kümmern sollte.

John Radcliffe verwendet hier die Gartner-Definition für Stammdaten: „Stammdaten sind konsistente und einheitliche Datensätze plus erweiterte Attribute, welche die Kerneinheiten eines Unternehmens beschreiben.“ Diese Kerneinheiten unterscheiden sich dabei meist von Firma zu Firma. Dabei kann es sich um Parteien (z. B. Lieferanten, Kunden, Bürger oder Patienten) ebenso handeln wie um Dinge (Produkte, Ressourcen, oder bei IoT-Anwendungen Sensoren). Auch Standorte wie Läden, Lager und Produktionsstätten können solche Kerneinheiten darstellen.

Laut Radcliffe handelt es sich dabei um die wichtigsten Daten, über die ein Unternehmen verfügt, da Stammdaten „der Kitt sind, der alle Daten und Systeme zusammenhält.“ 

Diese Daten zu identifizieren und sie an einem zentralen Ort verfügbar zu machen, kann es deutlich vereinfachen, im gesamten Unternehmen konsistente Daten zu bieten sowie die Prozesse und Analysemöglichkeiten zu verbessern. Das Thema ist aber auch nicht ganz ohne, da im Bezug auf die Daten (und was man wie und warum mit ihnen tun sollte) im Unternehmen oft ganz unterschiedliche Interessen verfolgt werden. Deshalb benötigen Sie einen Rahmen, der es Ihnen ermöglicht, auch unpopuläre Entscheidungen zu begründen und durchzusetzen.

Und genau hier kommt für John Radcliffe der Goldlöckchen Ausspruch ins Spiel, es „gerade recht“ hinzubekommen:

„Seien Sie bei der Wahl Ihrer Stammdaten-Kämpfe vorsichtig. So sollte die Menge der Daten, die Sie ins Visier nehmen, stets gerade recht bemessen sein.  Oft gilt hier, dass weniger mehr ist. Denn will man zu viele Gegner auf einmal erledigen, geht die Sache meist schief,“ so Radcliffe.

Das wäre er also, der neue Stammdaten-Baustein: Definieren Sie, welchen Stammdaten-Kampf Sie als erstes ausfechten wollen und begründen Sie, warum Sie das tun möchten. Bauen Sie dann Schritt für Schritt Ihr Programm auf und vergessen Sie dabei nie, dass verschiedene Unternehmensbereiche unterschiedliche Stammdaten benötigen.

Falls Sie Ihren Ansatz zum Thema Stammdaten optimieren wollen und gerne mehr über die acht Bausteine erfahren würden, können Sie sich das vollständige Webinar mit John Radcliffe jederzeit anhören:

Listen to webinar



← Vorheriger Eintrag
Nächster Eintrag →