Wie Sie sich als Chief Data Officer Ihren Erfolg sichern

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3. Mai 2018

Das renommierte Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner sagt voraus, dass 90 % aller Großunternehmen bis 2019 über einen CDO verfügen werden.

Allerdings werden (ebenfalls laut Gartner) 50 % dieser CDOs versagen.

Warum das so sein sollte? Und was sich dagegen tun ließe?

Um diese Fragen beantworten zu können, sollte man zunächst einmal die Gründe betrachten, aus denen Firmen eine CDO-Position einrichten. Diese unterscheiden sich aber von Unternehmen zu Unternehmen …

„Der Aufgabenbereich eines CDOs entwickelt sich sehr dynamisch. Während in manchen Unternehmen Themen wie Compliance und Regulierung für die Schaffung dieser Position ausschlaggebend sind, versuchen andere, mithilfe eines CDOs neue Geschäftsmodelle zu realisieren und die Innovation voranzutreiben.“ – Emanuela Aureli, Spencer Stuart.
So weit, so gut. Aber es ist dennoch eine Konstante auszumachen, die bei fast jeder Erstbesetzung dieser Position eine Rolle spielt.

Wir sprechen hier von Unternehmen, die seit geraumer Zeit mit Daten arbeiten und auf diese angewiesen sind. Mit der Einstellung eines CDOs dokumentieren sie aber zudem ihre Absicht, den Schritt von einem datennutzenden zu einem datenzentrierten Unternehmen zu vollziehen.

data-driven CDO

In der Regel hat im Vorfeld einer solchen Entscheidung das Management beschlossen, Daten im Unternehmen eine zentralere Bedeutung zuzumessen, und will nun die künftige Ausrichtung proaktiv auf Erfolgskurs bringen.

Das ist eine gute Sache, und vielleicht sogar der beste Weg, um Wachstum und Ertragsstärke langfristig zu sichern. Es bedeutet aber auch, dass man als CDO enorme Verantwortung trägt und hohem Erwartungsdruck ausgesetzt ist. Ist man in der Lage, diesen Erwartungen standzuhalten, verbessert das die Erfolgschancen schon mal ganz beträchtlich. Allerdings sollte man über einen entsprechend langen Atem verfügen, denn ein wirklich datenzentriertes Unternehmen zu schaffen, ist beileibe kein Drei-Monats-Projekt.

Wie aber ließe sich für einen CDO Erfolg definieren?


Erfolgsparameter für CDOs etablieren

Um zu bestimmen, ob Sie als Chief Data Officer erfolgreich sind oder eher nicht, sollten Sie definieren, wie sich in Ihrem Unternehmen der CDO-Erfolg messen ließe. Das sollten Sie möglichst kurzfristig nach Übernahme der Aufgaben tun, da Ihnen das auch helfen kann, Größe und Umfang der vor Ihnen liegenden Herausforderungen besser einzuschätzen.

Haben Sie dann erst einmal ein klareres Bild der operativen Abläufe, der Strategie und der Zielsetzung des Unternehmens gewonnen, werden Sie feststellen, dass sich der CDO-Erfolg nicht zuletzt an folgenden Kriterien festmacht:

  • Eine Datenverwaltungsstruktur schaffen
    Mithilfe solider Lösungen für Datenverwaltung und Data Governance schaffen Sie sich die nötige Basis, um Ihr Unternehmen sicher durch die Datentransformation zu führen.
  • Die betriebliche Effizienz steigern
    Werden Daten integriert und vernetzt, hat das den Effekt, dass Prozesse und Abteilungen näher zusammenrücken. Das wiederum ermöglicht optimierte, nahtlosere Geschäftsabläufe.
  • Greifbare Businessergebnisse erzielen
    Gibt es messbare Veränderungen, die sich auf Ihre Arbeit zurückführen lassen, wie zum Beispiel ein reduzierter Zeit- und Ressourcenbedarf bei bestimmten Prozessen? Es kann sich als sehr hilfreich erweisen, am Anfang des Weges im Tagesgeschäft durch unzureichende Datenqualität verursachte Probleme zu dokumentieren. So lassen sich später auch die Verbesserungen aufzeigen, von denen die Mitarbeiter dank Ihrer Maßnahmen (hoffentlich) profitieren.
  • Das Unternehmen agiler machen
    Sie sollten erfassen können, dass sich die Neueinführung von Produkten und Serviceangeboten deutlich beschleunigt hat.
  • Den Umsatz steigern
    Bringen Sie Ihre Datenstrategie mit Ihren Geschäftszielen in Einklang und Sie sollten in der Lage sein, eine entsprechende Umsatzentwicklung zu dokumentieren.

Dabei sollten Sie Ihre Gesamtziele stets in überschaubaren Teilzielen darstellen. So lassen sich Erfolg und Fortschritte viel einfacher dokumentieren.


Klippen auf dem Weg zum CDO-Erfolg und wie man sie umschifft

Ich hatte eingangs schon erwähnt, wie wichtig es für den Erfolg als Chief Data Officer ist, mit den Erwartungen anderer zurechtzukommen. Das ist aber längst nicht die einzige Klippe, an der Sie Schiffbruch erleiden könnten.

Für Außenstehende klingt der Titel CDO zunächst einmal nach Autorität, Kontrolle und Verantwortung. Fakt ist aber, dass die Position eines CDOs gerade in diesen Bereichen oft gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Um das zu kompensieren, sollte ein CDO vor allem ein exzellenter Kommunikator sein.

Wenn Sie in der Lage sind, auch komplexe Datenkonzepte und Technologien für alle Kollegen schlüssig und sympathisch zu kommunizieren, sichert Ihnen das die nötige Unterstützung für die Umsetzung Ihrer Projekte.

Zudem sollten Sie als CDO die richtigen Ansprechpartner durch klare Ausdrucksweise und korrekte Terminologie überzeugen können, denn so erreichen Sie zwei Dinge:

  1. Sie untermauern Ihre Glaubwürdigkeit.
  2. Sie empfehlen sich als Vermittler zwischen den einzelnen Abteilungen.

Letzteres bedeutet zudem, dass Sie schneller mehr umsetzen können.

„Als CDO sollte man mit allen relevanten Technologien vertraut sein, statt sich auf andere verlassen zu müssen, um die benötigten System- und Lösungsarchitekturen zu verstehen. Auf dieser Basis lassen sich deutlich strategischere Gespräche führen.“ – Hany Choueiri, Chief Data Officer, Bank of England

Eine signifikante Herausforderung für CDOs liegt gerade in Großunternehmen darin, die interne Politik zu meistern.

Die Zielsetzungen und Interessen der Entscheider, die bei bestimmten Projekten mit an Bord genommen werden müssen, schnell zu erkennen und sich ihrer Unterstützung zu versichern, ist eine Aufgabe, die selbst den motiviertesten CDO auf die Probe stellt – vor allem, wenn man doch nur schnell ein paar Dinge bewegen will.

Wahrscheinlich werden Sie schon bald glauben, das D in CDO stünde für Diplomatie, und das ist auch gar nicht so falsch. Gewöhnen Sie sich besser daran, dass Sie sich manchmal ein Bein (oder auch zwei) ausreißen müssen, um das Okay für Dinge zu bekommen, die für Sie einfach nur logisch und offensichtlich notwendig sind.

Politische Hürden können aber auch in der bestehenden Kultur eines Unternehmens begründet sein. So ist es nicht unüblich, dass manche Geschäftsbereiche sich gegen Veränderungen sperren, die ihnen von anderer Stelle „aufgedrückt“ werden. Und auch hier gilt: Will man Personen und Unternehmensbereichen das Thema Daten aus einer anderen Perspektive näherbringen, ist gute Kommunikation das A und O.

Und vergessen Sie nicht: Es gibt keinen einzigen Geschäftsbereich, in dem sich mithilfe von Datennutzung kein Mehrwert schaffen ließe. Sie haben eine Aufgabe zu erfüllen, die Ihrem Unternehmen echten Mehrwert bieten kann, vorausgesetzt, Sie sind in der Lage, das den richtigen Personen auf die richtige Art und Weise plausibel zu machen.


Mehr als nur ein CDO

Die Tätigkeit als Chief Data Officer in einem Unternehmen von heute ist eine der anspruchsvollsten und komplexesten, aber auch dankbarsten Aufgaben. Allerdings sollte man alle technischen und kaufmännischen Aspekte dieses Bereichs miteinander verknüpfen können, um erfolgreich zu sein.

Zudem erfordert die Position eines CDOs eine Person, die Beziehungen und Zusammenhänge erkennt, überzeugend kommuniziert und dabei all die kleinen aber entscheidenden Nuancen des Tagesgeschäfts ebenso gut versteht wie die von ihr vorgeschlagenen Technologien.

Wenn es Ihnen gelingt, Technologie und Business in Gleichschritt zu bringen, stärkt das Ihre Glaubwürdigkeit und verschafft Ihnen die nötige Autorität, um die erforderlichen Änderungen zu implementieren.

Das ganze Unternehmen schaut auf Sie. Also machen Sie das Beste daraus, indem Sie unmissverständlich klar machen, welcher enorme Mehrwert sich durch Daten erzielen lässt. Aber denken Sie immer daran: Als CDO können Sie sich hinter niemandem verstecken.

Laden Sie sich hier die wichtigsten Datenthemen für CDOs in der Finanzbranche herunter (englischer Report):  

Data Priorities for Chief Data Officers


Trotz seiner jugendlichen Erscheinung vermarktet Michael Lonnon seit fast zwei Jahrzehnten auf Hersteller-, Partner- und Agenturebene Technologielösungen. Bei Stibo Systems ist er für die europaweite Vermarktung unserer Stammdatenlösungen verantwortlich und unterstützt zukunftsorientierte Unternehmen dabei, mithilfe ihrer Daten die Kundeninteraktion zu verbessern und den Umsatz zu steigern.


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